Mein Anet A6 und seine Upgrades

Den Traum, Zugriff auf einen 3D-Drucker zu haben, träume ich schon länger. Dass er jetzt relativ plötzlich Wirklichkeit wurde, lag vor allem an günstigen Drucker-Bausätzen und der Einsicht, dass ich zu viel gearbeitet habe 😉

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Kabelchaos während des Zusammenbaus; dank guter Beschriftung der Kabel war das aber letztlich kein Problem.

Meine Wahl fiel auf den Anet A6, der mit ca. 160€ inkl. Versand (von Gearbest mit Aktionscode) und einem Bauraum von 22 x 22 x 25cm ein gutes Preis-Leitungsverhältnis hat. Zusätzlich ist er (auch wegen dieses Preises) ein echtes Hobbygerät. Man muss ihn zusammenbauen und danach diverse Upgrades vornehmen (entweder mit Teilen, die man dazu kauft, oder mit Teilen die man auf dem Drucker selbst ausdruckt).

Für einen einigermaßen geschickten Menschen sollte der Zusammenbau zu bewältigen sein. Allerdings sind sich Videoanleitung und PDF-Anleitung beim A6 nicht immer einig. Nach drei Tagen (natürlich habe ich das neben der Arbeit gemacht, sonst wären es nur Stunden gewesen) war der Drucker bis auf die Verkabelung fertig.

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Schaubild(!) – natürlich fehlen hier noch die Aderendhülsen bzw. die Kabelschuhe…

Für eine Extraportion Sicherheit, hatte ich schon bevor der Drucker geliefert wurde zwei Mosfets bestellt, mit denen das Hotend und das Hotbed vom Mainboard abgekoppelt werden sollten. Ansonsten kann es passieren, dass das Mainboard durch die hohen Ströme, die durch es hindurch zu den beiden größten Stromfressern gehen, abraucht. Wie mit einem Relais schaltet das Mainboard den Stromkreis zwischen Netzteil und den beiden Heizern mit den Mosfets ein und aus, statt den Strom selbst zu leiten. (Eine Anleitung mit Schaubildern gibt es hier.)
Eine weitere Sicherheitsmaßnahme galt dem Stecker vom Hotbed. Dieser war in einigen Fällen schon Auslöser eines Brandes, weswegen er ersetzt oder modifiziert werden sollte. Hier scheiden sich die Geister: Entweder man lötet die Kabel zum Mosfet/Netzteil direkt an das Hotbed, oder man belegt die freien Anschlüsse im Stecker mit weiteren Leitungen (damit der ganze Strom nicht nur durch einen zu klein ausgelegten Anschluss rein und raus muss). Warum der Hersteller auf letzteres verzichtet, ist ein Rätsel; aber in der Preisklasse muss man sowieso bastelwillig sein. Ich habe mich erstmal für die Aufrüstung des Steckers entschieden (z.B. hier bekommt man direkt einen kompletten Satz zum Nachrüsten, mir haben zwei JST VH Stecker und entsprechende Kabel gereicht, da ich Zugriff auf diverse Crimpwerkzeuge habe).

Weitere Upgrades mit Vorschaubild und allem drum und dran

oder hier als Liste mit Kurzkommentar (noch unvollständig…)

Glasplatte Sehr hilfreich bei PLA, schöner glatter Untergrund für den ersten Layer. Für PETG nehme ich eine GFK-Platte
Riemenspanner für die Y-Achse Ich möchte ihn nicht mehr missen
X-Schleppkette Mittlerweile ist sie wieder rausgeflogen; zu viel Reibung, zu viel Gewicht/Druck auf die Achse.
Octoprint als Printserver Sehr hilfreich, direkt aus Cura oder dem Browser bedienbar. Allein den verwendeten Raspberry Pi Zero W würde ich gegen einen Raspberry Pi 3 austauschen.
X-Stabilisierung Noch im Einsatz. Mittlerweile würde ich etwas anderes nehmen, da sich die gedruckte Stange schon recht stark biegt.
Case/Einhausung mit Stuva (IKEA) Ich bin sehr zufrieden. Mittlerweile hat es auch eine Glastür. Um sie für längere Drucke zu schließen, muss allerdings die Elektronik ausgelagert werden, bzw. für ausreichende Kühlung an entsprechenden Stellen gesorgt werden.
Glasplatte ohne Klammern (mit Wärmeleitfolie) Das Glas klebt jetzt und ich kann es nicht ohne Aufwand tauschen (muss ich aber auch nicht). Bis jetzt gefällt es mir so.
Autolevelling mit kapazitivem Sensor Funktioniert ganz gut, auch wenn mein Druckbett mittlerweile sehr krumm ist und deshalb der Firstlayer trotz Autolevelling nicht gleichmäßig gut wird.
Miniupgrade: Umlenkrolle mit Zähnen und waagerechte X-Achse Beides mit großem Erfolg in Benutzung.
Bowden/E3Dv6-Umbau [1]+[2] Ich bin zufrieden, Link 1 ist eher für Fortgeschrittene, Link 2 ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Heatbed-Isolierung und gelöteter Anschluss Die Isolierung mit Baumwolle würde ich mir sparen. Für das Gebrösel bringt es zu wenig. Den Anschluss am Heizbett sicher zu machen lohnt sich immer (lieber früher als später).
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