Remix – die wunderbare Welt der freien Lizenzen

Wäre ich nicht schon lange ein OpenSource-Enthusiast gewesen – spätestens jetzt mit dem 3D-Drucker im Haus wäre ich einer geworden.

Bei Thingiverse stehen standardmäßig Creative Commons Lizenzen zur Auswahl, wenn man seine eigenen Modelle hochladen und mit der Community teilen möchte. Viele der Community-Mitglieder wählen für ihre Modelle die freien Varianten davon (also „Attribution“, „Attribution-Sharealike“ oder „Public Domain Dedication“). Als weitere freie Lizenzen stehen die Gnu GPL, die Gnu LGPL und die BSD-Lizenz zur Auswahl (die aus dem Software-Bereich stammen). Frei heißt in diesem Zusammenhang aber nicht kostenlos (wie in Freibier), sondern bezieht sich auf Freiheit. Je nach Lizenz ist das etwa die Freiheit, das lizensierte Gut nach belieben zu verwenden, zu verändern, zu verkaufen, wiederzuveröffentlichen,… Daran sind allerdings auch Bedingungen geknüpft, wie z.B. Namensnennung, Verwendung der gleichen Lizenz, Weitergabe nur mit Lizenztext,…

Bedingungen wie „Nichtkommerziell“ oder „keine Bearbeitung erlaubt“ fallen zwar (auch bei thingiverse) alle unter das Label „kostenlos“ (unter bestimmten Bedingungen), aber haben eben entscheidende Freiheiten nicht in ihrer Lizenz.

Ein Beispiel aus den letzten Wochen: Ich habe angefangen ein neues Tabletop zu spielen. Dafür wollte ich gerne auch ein paar Geländeteile haben. Die aber weder kaufen, noch wie vor ein paar Jahren aus Styrodur basteln – schließlich stehen ja mittlerweile zwei 3D-Drucker bei mir in der Wohnung. Also schnell auf thingiverse gesucht und etwas passendes gefunden. Allerdings hatte ich noch ein paar spezielle Wünsche für Geländeteile, die nicht zu finden waren (vor allem, weil ich gerne aus Praktikabilitätsgründen eine secheckige Basis = Hexbasis unter dem Gelände haben wollte). Modelle von Tabletop-Gelände ohne Hexbasis gibt es wie Sand am Meer, ja sogar komplette Tabletop-Spiel-Systeme, also investierte ich etwas Zeit, um selbst zu basteln. So landete etwa ein Lavasee auf zwei Hexbasen (zusammengefügt auf Tinkercad) und auch ein Tentakel konnte sich so aus einem „Loch“ im selbstgemachten Plattenboden winden.

Ja ich weiß, im Bemalen bin ich nicht so eine Kapazität… 😉

Das Problem war leider, dass ich nicht alle zusammengebastelten Teile als Remix auf Thingiverse hochladen konnte, weil einige verwendete Modelle nicht-freie Lizenzen verwendet haben. Andere verwendete Modelle im selben Endprodukt verwendeten aber vorbildlich freie Lizenzen. Mal ganz ehrlich: Die meisten Designer auf Thingiverse verdienen nicht ihren Lebensunterhalt mit den Modellen. Ich kann verstehen, wenn professionelle Designer (und alle, die sonst damit Geld verdienen 😉 ) ihre Arbeit schützen wollen und müssen. Aber, liebe Hobbyisten: Ihr werdet nicht arm dabei, ihr müsst bei den meisten freien Lizenzen mit Namen genannt werden – also warum nutzt ihr nicht auch die freien Lizenzen, um der Community etwas zurück zu geben? Und wenn ihr Angst davor habt, dass eure Designs bei den Branchengrößen landen, dann verwendet die Sharealike-Bedingung. Damit sind die Verwender (ob privat oder gewerblich) verpflichtet, das Endergebnis unter die gleiche Lizenz zu stellen.

Ich finde es großartig, wenn Designer und Möchtegerndesigner (wie ich) und Anwender aus möglichst vielen Dingen auswählen und neu zusammenmixen können

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